SchlagwortWissenschaft

Warum Wissensaktivierung (WA)? Worte zum umfassenden (Lebens-) wirtschaftlichen Nutzen

Generelles:

Eine Problematik aus dem heutigen Erbe der annodazumal wohlgemeinten Blockierung bzw. Limitierung von Einsichtsfähigkeit auf niedrigen Kulturleveln, ist, dass eine phasenstarre gesellschaftliche Rückkopplung ausgelöst wurde, von der auch die heutigen „Kulturgesellschaften“ noch umfangreich betroffen sind und die auch nicht durch starke disruptive Faktoren wie Kriege oder umfassende Umweltkatastrophen aufgelöst wurde. Obgleich der „technische Fortschritt“ leicht darüber hinweg täuschen mag.

Die Köpfe auch der besser angelegten, erfolgreichsten und wirksamsten Gesellschaftsmitglieder sind gleichermaßen von den blockierenden Vorstellungen betroffen, wie die der durchschnittlichen Masse, für deren Schutz, Beruhigung und zu deren Zügelung die Simplizismen irgendwann implementiert wurden.

Speziell die Faktoren Scheu, Scham und Angst, die an bestimmte, gegläubigte Wertevorgaben als saliente (wirkmächtige) Faktoren gebunden sind, schließen den Verstand erfolgreich vor Entwicklungsimpulsen ab.

Eine ungerührte Nüchternheit wird „üblich“/“allgemein“ als „unmenschlich“ betrachtet und wo auch immer sie portraitiert wird, als Bedrohungsfaktor für den „Menschen“ (der Gefühl basiert „funktioniert“) herausgestellt.

Dabei setzt die WA diesen mediokren „Menschen“ mit einem Responseautomaten, der stark beregelt ist, gleich.

Diesem mediokren Menschen ist nicht bekannt, worauf basierend er eigentlich etwas wie seine gedachte Persönlichkeit annimmt und seine gedacht individuellen Vorstellungen ruhen, mag er auch eine noch so grundsätzlich gute Anlage/Begabung zum Informationsprozessieren eignen.

Zu umfassendem Durchblick oder echter Innovation ist er nicht in der Lage und doch ist er oft Elternteil für besser angelegtes Hirn, dass seine frühen Jahre hindurch, mit für es giftigen Einheitsbrei, von ihm gefüttert wird. Solchem Hirn hilft eine WA auch in späteren Lebensphasen noch sich zu bereinigen.


Die WA (Wissensaktivierung) ist nicht bequem. Sie bricht teils Jahrtausende alte Vorstellungen auf Nullsummen herunter.


Den größten Anteil an einer Entwicklung von Individuen oder Gemeinschaften haben die kulturell unterschiedlich ausdefinierten und bewerteten Gefühlshaushalte, -formen- und individuellen Interpretationen dieser. Gleichzeitig ist dem Durchschnittsvertreter wichtig, dass ihm „logische“ (heißt, in seiner persönlichen Prägung / in der Folge „richtig“) erscheinende Gefühle eher zur Beurteilung von Zusammenhängen herangezogen werden, als dass nüchterne Erwägungen ihm sein geringer reflektierendes Leben schwer machten. Einen reichhaltigen Satz an Moralvarianten, aus dem er sich zwecks situativ oder übergreifend nutzbarer Wunsch- und Handlungsbegründungen bedienen kann, weiß er sehr zu schätzen. (Ein modernes Beispiel ist die frei-christlich-evangelische Reisepraxis durch die ideolgisch unterschiedlichen Bibelausdeutungen der diversen Gemeinden/Sektenuntergemeinschaften, während derer Interessierte sich durchaus auch mehrmals taufen lassen können, um zum Schluss in der auslegungsautarken Gemeinde wohligst zu verbleiben, in der sie sich bestaufgenommen fühlen.)

Dabei besteht eine eindeutige und starke Relation zum gegebenen Reifegrad, zwischen der Phylo- (Kulturraum abhängiges Aufwachsen) oder Phänogenese (direkteres Umfeld und dessen Einstellung abhängiges, Aufwachsen) und dem kulturell/subkulturell tradierten (fortgeschriebenen) zeitgenössischen Wertesystem, als Hauptfaktor bei der gesellschaftlich/individuellen „Realitäteninterpretation“ und als dazu „passend“ verstandenen Gefühlskomplexen, wie anderen ererbten Ausdeutungen deren sonstigen, weiteren biochemischen Reaktionsfolgen.  Einfaches Beispiel ist z.B. dass Zusammenlaufen des Speichels bei der Betrachtung von Hunde- oder Katzenbildern, während gemeinhin eher erwartet wird, dass an Tierschutz oder menschliches Anschmuseverhalten gedacht wird. 🙂

Wer schon verstanden hat, dass er, bei bestem Bemühen um Ent-Wicklung von hemmenden Üblichkeiten im eigenen Denken und gleichwohl zu bestreitendem Tagesgeschäft, nicht in der Lage sein wird, geerbte Halbwahrheiten umfassend aufzuspüren und zu entwerten, dem bietet sich eine WA an. Ideologieneutral und neutralisierend entfernt sie denkerische Hemmschuhe aus eingepflegt bekommen habenden oder ganze, minderwertige Bewusstheitsroutinen und verhilft zu Einsichten zum Wie, des sich dauerhaft davor Schützens. Eine Registrybereingung und Betriebssystemaktualisierung mit positiven Folgen für den Arbeitsspeicher und die Prozessorbelastung, durch Verschlankung um gering und für wertige, Vor-Urteilsroutinen.

Alles, außerhalb der Lebenserwerbumgebungen und -tätigkeiten, des Gesellschaftsmenschen, ist ein reiner Spiel- oder Unterhaltungs-Raum, in dem er sich und Andere mit Überlegungen zum Wert von Geschichten unterhält, die ihm angetragen werden (Geschichte/n, Unterhaltuns-Industrieergüsse, Religionen, Wirtschafts- und Polittheorien, Gesellschaftswissenschaften zu seiner Bereglung, Ikeabauanleitungen, Handytarife, Umweltdebatten und so fort). Aufgrund der Vielfalt der Geschichten und deren inhärenten Werte-/Wertzuschreibungen, ist ihm nicht evident, dass er nichts damit ausrichtet, wenn er sie bedenkt, als … eben … sich zu unterhalten, ohne damit wirklich essentiell zum Gesamtleben und Überleben von Mensch beizutragen. Andererseits entstehen aufgrund der Geschichten manchmal neue Jobchancen, da ihr Ausleben der entsprechenden Umstände harrt (z. B. Religionen erfordern oft Versammlungsräume und Jobprofile für Jene, die sie für ihre Gläubigen zu interpretieren haben; als favorabel beschriebene Weltgegenden benötigen Servicepersonal für sie Bereisende). Das Leben normaler Menschen besteht weitgehend aus nachahmungsorientiertem Funtionserfüllen und freizeitlich interpretiertem Ergötzen an gering beunruhigenden, aber ausreichend erregenden Geschichten.

Bewusstheitslevel – Normal/Verstandesdenker liegen um Ab- und Durchleben; Vernunftdenker auf etwa Lebenniveau; gesellschaftliche Topfunktionäre zwischen Leben und Erleben; hochnüchternere Philosophen und homogen Höchstbegabte etwa bei Erleben

Hierbei gilt:

System + Sprache = Mensch; Mensch + Erziehung = Persönlichkeit

Genauer: System + Sprache(-erwerb, -befähigung, als Indikator für eine höher kognitive, intentionale Informationsverarbeitung, -prozessierungsbefähigung) = Mensch,dieser plus Erziehung = Persönlichkeit (in kulturkontextualer Einbettung, heißt phylogenetischer und phänogenetisch divergenter Ausführung)

Zu Beginn der WA Arbeit gibt es immer eine Phase der Herausarbeitung von Urteilsgrundlagen, die Alltagsüblichkeit haben. Dabei werden unterschiedlichste Beispiele herangezogen, die gleichzeitig einen umfassender erhellenden und, insbesondere, relativierenden Charakter haben. Es kommen sowohl Beispiele zur Anwendung, die speziell die emotionale Aufgeladenheit des sogenannten Denkens aufzeigen, wie auch solche, die aufzeigen, wie extrem dünn unterfüttert viele, für den Alltag prominente Vorstellungen, von „allen Dingen“ wissenschaftlich doch sind und wie wenig „Wissenschaft“ die deutungsmächtigen Gesellschaftswissenschaften eigentlich sind. Naturgemäß, gehört dazu auch die Grundlagen für den Wissenschafts- und Alltagsbetrieb herauszustellen, sowie wiederum deren Konstruktcharakter aufzuzeigen. Im Zuge dessen wird gleich klarer, dass Menschen nach wissenschaftlichen Standards Forschungen betreiben können, ohne dass (außer per Deklaration) daraus sich automatisch eine zuträglich Sinn spendende Wissenschaft konstituiert (ergibt), siehe „die Psychologie“ und ihre behaupteten Untervarianten/Teildisziplinen.

Hier angemerkt, wird im Rahmen der WA (Wissensaktivierung) en passant auch einiges an nachhaltig wertigem Wissen vermittelt, ist doch kein „Büffeln“ dazu nötig, es auch aufzunehmen und zu verabreiten, da bei ihrer Durchführung eine hochwirksame Form der Mäeutik (altgr. „Hebammenkunst“) Werkzeug der Wahl ist.

In diesem Prozess, des Sichtbarmachens von Heuristiken/Algorithmen/Vorurteilen, die zu so gut wie allen Alltagsentscheidungen herangezogen werden, entsteht eine erste gewisse Ausdifferenzierung entgegen üblicher Vorstellungen von „Denken“ und zunehmende Klarheit zum Thema „Realität“ an sich, … wie auch eine Idee, warum die WA vom response automaten (- Menschen) spricht (der einem „philosophischen Zombie“ gleichkommt, der an das ihm einprogrammierte Lebendigkeitsattribut glaubt).

Im Verlaufe dieser Klärungsarbeiten, werden naturgemäß wirtschaftliche, politische, soziale und weitere Interdependenzen (gegenseitige Abhängigkeiten mancher Themenfelder) sichtbar, die Basis für die persönliche UND für die Weltanschauung/-interpretation(sleistungen) täglicher Gegenüber (Kunden, Mitarbeiter, Konkurrenten, Freunde, Familien, usf) sind. Und nur dessen Zusammensetzung man kennt, den kann man beeinflussen!

Wen also nüchternes Weltwissen, grundsätzlich praktikable und wirksame mentale Tools/Techniken/Denkwege/Denkmethoden und eine Erweiterung seines manipulativen Repertoires interessieren, den muss eine WA ansprechen.

Dass eine WA sämtliche mentalen Leistungen verbessert, bedarfsweise Optionen für gezielte Spezialerweiterungen aufzeigt und alle menschlichen Aktionsfelder berührt, sollte hiernach klarer geworden sein. Eine drastische Horizinterweiterung durch kognitive Optimierung im Erwerb umfassenderen Durchblicks und Draufblicks, durch ein bereinigentes Wahrnehmungs- und Zusammenhangsverständnis sind direkte Folgen, die sich über eine wirtschaftlich und sozial mehrwertigere Urteilskraft auszuspielen, anbieten.

Folgend ein Ausschnitt wiederkehrender Gegenstände der diversen Wissensräume, die im WA Vorgehen (und in Teilen auch, als „Warum“ – Antworten in Consulting, Counseling und Mehrwertcoaching Terminen) angesprochen werden:

Intelligenzbegriff, Ent-Wicklungs- und Reifelevelmodelle

Aporetik („Rätsel“ der Philosophie), Epistemologie (Erkenntnistheorie)

Akademische Disziplinen (Grundlagen/Begründungen/Zwecke/Gehaltstiefen) Unterschied Natur- zu anderen Wissenschaffungsdisziplinen und deren Hoheiten

Medizin (Verständnis, Auftrag, Entstehung und ausgewählte Inhalte diverser Erkenntnisfelder)

Sport (menschliche Körperlichkeit, Bedingtheiten und abhängige mentale Größen)

Politik (divergente, kulturhistorische und moderne Betrachtungen, dieser Disziplin / Tätigkeiten zur Ethikaushandlung und -manifestation)

Ethik, Demagogik

Gesellschaftsmodelle / -entwicklungen, Stand der kantianischen Aufklärung

Verwaltung, Handeln, Gesetzesumgebungen/-schöpfungen, WIRTSCHAFT(smodelle/Theorieuntergünde/Ethiken)

Wirtschaftsthemen/-begriffe wie Führung, Digitalisierung, Globalisierung, Innovation, Organisation, Changemanagement usf in deren Bewandnis, Bedeutung und ehrlichem Mehrwert, sowie ihren Wirkungen

Alltagspsychologie vs Psychiatrie/Neurologie vs Psychologien und Naturheilpraxen

Kognitonswissenschaftliche Bedeutung von Sprachaktformen, Sprachspiele mit Impakt

Biologie / Epigenetik, formulierte Weltanschauungsmodelle und -kladistiken

Religionsschaffung/-modelle/-wirkungen vs Szientismus und moderne semiwissenschaftliche Begriffsblasen a la NLP, Scrum, etc.

Kunst, Ästhetikideen

Empfinden vs Gefühle / Resilienzsteigerung / burn out Prophylaxe /Traitunabhängigkeistrainingsmethoden / Salienzbeeinflussungstechniken

Kasuistiken und Empirismus / Logiken/ Statistikmittel und -nutzungen

Menschliche motivationale Faktoren – Gier, Hedonismus, Scham, Scheu, Belohnung, Bestrafung, Liebe (Minne und ihre gravierenden Folgerscheinungen seit dem MA), Abscheuinstallationen, Wut/Zorn, etc. pp

pädagogische und weitere Reife-/Reifungsmodelle/-skalen, Konditionierungsmethoden usf.

Wissen – Schaffungs-Umgebungen

Über Wissen zu verfügen, hat Machtpotential. Macht kommt von „machen“ und nur Wissen aus dem wir etwas machen, entfaltet (oft ungenügend geregelt, da nicht gut verstanden) seine Wirkung. Verfügen hat zwei Bedeutungen: „haben“ und „etwas mit Etwas (hier: Wissen) tun können“. Wer sein Wissen nicht „aktiviert“, verfügt also nur hälftig darüber. Gleichzeitig, bedenkt man, dass Wissen nichts anderes als Mein-ung mit An-erkennungs-wert ist, hat immer derjenige einen besonderen Vorteil, der sich über Herkunft, Zusammensetzung / Begründung des Wissens und damit seinen möglichen Nutzen im Klaren ist und es anzupassen versteht. Jemanden in-Formation zu Wissen zu bringen, das als relevant behauptet wird, führt zu dessen Über-Zeugung. Jemand, dem von Staats-Wegen Hoheit über Wissen-Generierung verliehen wurde, erhält einen Lehr-Stuhl, von dem aus er seine Gedanken verbreiten darf. Passieren tut dies, sofern er zuvor auf seine Konformität in anerkannten (modern gewählt wurde der Empirismus) Wissen-Generierungswegen getestet wurde. Abhängig von der Eingängigkeit der folgend geschaffenen Zusammenhangsbehauptungen und der Anerkennung deren Wertes, darf der Wissen-Spender nach Art seiner Zugehörigkeit zu einer der Wissenschaffungsgemeinden (Wissenschaften, Seilschaften, etc.) von Studierenden verlangen, dass diese seinen Glauben (denn Wissen ist im Kern nie Anderes) wieder-käuen, in der Hoffnung, dass darauf basierend eine mehr-wertige geistige Tätigkeit zu-Stande kommt. Die Gesamtheit des Bemühens um geistige Ent-Wicklung vom Üblichen / tagesnotwendigen Weltanschauen fassten wir unter dem Begriff Philosophie zusammen (Freundschaft zur Weisheit). Dabei war die Philosophie nie eine Wissenschaft, sondern immer ein Oberbegriff für ums Denken bemühte Schulen und deren Betreiber. Während auch heute noch in dieser akademischen Disziplin an der Aus-Bildung möglicher geistiger Tätigkeit gewirkt wird, sind deren Ableitungen, die Wissenschaften, was mit praktischer Erkenntnisgewinnung begeben ist. Traurig, dass wiederum nur deren durch Ideologien und Traditionen verbrämter Abklatsch in die Realität-formbaren Hirne unserer Kinder gegossen wird und diese, sofern überhaupt, nach einer Funktiongewinnung orientierten Schul-„Bildung“ wieder damit konfrontiert sind, sich der so anerzogenen halbgaren Weisheiten ent-wickeln zu müssen. Hinzu kommt, dass Wesensbildung für ein gehöriges Miteinander modern nur noch durch Gesell-„schafts“-„Wissen“ – Schaften und deren Exerpte in Schulfächern betrieben wird, was unseren Kindern die Mein-ungen von Wissenschaffenden einhandelt, die sich lieber mit „Laberfächern“ ihre akademischen „Pfründe“ erwucherten und ihre Glaubensformulierungen in Lehrbücher schütteten. Doch möchte ich nicht verhehlen, dass ab und an auch klügere Köpfe in diesen Auftrags- oder Durchschnittswissenschaften landeten und einträgliche Ideen spendeten (die sich hernach üblich nicht durchsetzten oder alsbald verklangen), als da stellvertretend waren etwa die Herrn Piaget und Norbert Elias oder von Glasersfeld, dessen Erhellungen zur Philosophie auch für Laien eingängig sind.

Manchmal frage ich Zeitgenossen, „Was fehlte, wenn wir etwa die Psychologie abschafften?“. Und wenn der/die Gefragte um den Unterschied von Psychiatrie (Medizin) und Zusammenhangsbehaupten (Psychologie) weiß, so erhalte ich ein erhellendes Stutzen und eine gewisse Ratlosigkeit 😉

In diesem Sinne, freute ich mich, hiermit ein paar anregende Zeilen geschaffen zu haben und wünsche ich einen netten kalendarischen Übergang in das neue Zähljahr 🙂

Wissenschaffungsumgebungen

Armin Rütten

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