Arbeit an Perspektiven

Begriffe wie Geist, Verstand, Vernunft, Psyche, „Seele“, Persönlichkeit, Charisma und Intelligenz sind im Ergebnis Vorstellungen von Menschen zur Hirntätigkeit ihrer Gegenüber, die durch deren Außendarstellung zustande kommen und werden oft synonym verwendet. Diese Vorstellungen können sowohl durch sein direktes Interagieren mit Anderen, wie auch durch sein gedacht zielgerichtetes Handeln oder dessen beobachtbare Folgen, entstehen.

Die Begriffe beinhalten eine zumeist diffuse Idee des Vorhandenseins von Bewusstheit und/oder als sie bestätigend gedachte Emotionalität im Handeln Jemandens.

Andererseits referiert die Allgemeinheit bei der Ausführung bestimmter Handlungen/Tätigkeiten auf eine „Geistlosigkeit“ oder Stupidität, bzw. „Tierhaftigkeit“, die nötig sei, um diese auszuführen, heißt, wird bestimmten Handlungen unterstellt, dass synonym  geistlose, seelenlose, „unpersönliche“ Automaten ausreichten, um sie vorzunehmen.

Dabei kann gut erkannt werden, dass, je nach Anlage und Bildung der Beobachtenden/Beurteilenden, die Vorstellungen vom Anforderungsgehalt von Handlungen in Bezug auf für sie nötigen Grad/Level von Geist/Verstand/Intelligenz des Ausführenden sehr stark auseinandergehen.

Gemeinhin kann gesagt werden, dass Handlungen einer gewissen Komplexität, sobald sie mit einem emotionalen Eindruck versehen erscheinen, eine menschliche Willensbildung als beigegeben zugeschrieben wird. Der emotionale Eindruck entsteht wiederum dadurch, dass die Handlung, in Reaktion auf eine vermutete gefühlsseitige Anforderung für ihr Geschehen, irrationale (emotionale, individuelle Werte basierte) Komponenten in ihrer Ausführung oder Begründung, für den Beobachtenden aufzuweisen scheint. Hierbei werden intuitive Momente, wie emotional angenommene Komponenten oder solche, die eine interne Rückkopplung auf den Selbsterhalt des Handelnden auszuweisen angetan erscheinen lassen, gleichwertig als Indikatoren für dessen intentionales Bemühen in der Handlung angenommen. Dies wiederum heißt, dass es wieder vom Beobachter abhängt, welche Reflektionsmechanismen er aufgrund Ausbildung oder eigenen Erfahrens als nicht rein automatenartiges Handeln Jemandens unterstellt.

Dabei gilt, dass die Meisten glauben, dass sie im Rahmen von Kommunikationsvorgängen imstande wären zwischen einem Automaten oder Tier und einem Menschen zu unterscheiden.

Dieses Thema einer Unterscheidbarkeit zwischen Automat/Tier und Mensch(lichem Verhalten) in Kommunikationsvorgängen stellt einen extrem wichtigen Forschungsgegenstand für viele Disziplinen dar. Sowohl Philosophie (philosophischer Zombie), wie Linguistik, Psychologie, Psychiatrie (in Grenzen), Robotik, AI, Biologie, wie Juristik und andere Gesellschaftswissenschaften nehmen sich mit schöner Regelmäßigkeit des Themas an. Dabei unterscheiden sie alle sich graduell in den Grundannahmen dazu, was Grundlagen für menschliches intentionales (zielgerichtetes) Handeln sind.

Grundsätzlich kann konstatiert werden, dass solche Handlungen, die ein Bemühen des Vornehmenden hinsichtlich Beeinflussen der Motivationslage von gedachten Gegenübern zu beinhalten scheinen, als „menschlich“ eingeschätzt werden. Haben Handlungen dementgegen jedoch einen stark Inhalt, respektive der Tätigkeit, zugewandten Charakter, wiederum festgestellt am Aussparen eines Appellcharakters, wird ihnen leicht eine „Unmenschlichkeit“ unterstellt (Beispiel sind Eruierungen im Alltag auf dokumentierte Folgen militärischer Aktionen oder Vorgehen, die mit alltäglichen Moralvorstellungen nicht synchronisiert werden können).

Mit dem Vorhergehenden soll klarer gemacht werden, worin eines der diversen Probleme bei der Besprechung von „Intelligenz“ besteht.

Während die Alltagsvorstellung von intelligentem menschlichen Verhalten also sowohl auf „menschliche“ Intentionalität, Klugheit (Kognition mit intuitivem Anteil) und positive Handlungsfolgen abhebt, wird Intelligenz in Testumgebungen fast ausschließlich an einem automatenhaften, zeitabhängigen Abarbeiten von fest umrissenen Aufgaben in fixen Settings festgemacht.

Da dem Normalbürger (so, wie den meisten Wissenschaftlern explizit) diese Unterscheidung nicht geläufig ist, werden bei der Beurteilung einer persönlichen Befähigung Jemandens für die Übernahme einer z.B. wirtschaftlichen Funktion, gerne seine (Funktionale-)Intelligenzdaten zur Beurteilung herangezogen, die jedoch seine (soziale, wirtschaftliche oder sonstige)  Adaptionsfähigkeit nur mangelhaft zu beurteilen angetan sind. Dabei gilt beim zeitgenössischen Bemühen Soft Skill Räume zu behaupten, dass die Behauptungen immer eine stark reduktionisitsche Komponente aufweisen und solcherart Test erheblich zeitgeistabhängigen und werte-ehtischen Charakter haben, heißt einerseits damit operieren müssen Eigenschaften mit Werten korrelieren zu lassen und in der Behauptung postulierter Wertigkeiten Bubbles (Wort-/Werte-blasen) zu verursachen, die zu einer Ausrichtung auf geglaubt wünschenswerte Selbstähnlichkeiten in konstruierten Fertigkeitensätzen abheben.

Was allgemein "Geist" oder "Verstand" oder 
"Vernunft" und noch Psyche oder "Seele" genannt
wird, ist nichts anderes als mystisch interpretierter
Ausdruck der Tätigkeit des Hirnorgans, als
Zentrum/Hauptsitz des "Ich". Man kann alles vom
einem Körper entfernen, ohne damit ein Ich in seinem
Kontinuitätserleben zu schädigen, nur das Hirn
nicht. Von Gegenübern wahrgenommene
Re-/Aktionsmuster dieses Ich des Einzelnen, nennt
man Persönlichkeit

All the same?

Die Verwirrung um den Intelligenzbegriff

Während Menschen im Alltag Klugheit mit der Vorstellung von Intelligenz gleichzusetzen gewohnt sind, wird der Begriff in den sogenannten Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sehr anders und reduziert angewendet.

Die Alltagsvariante der Bezeichnung Jemandens als intelligent referiert darauf, dass dieser zu besonderer Problemlösung (mehr als gewöhnlich) befähigt erscheint, wobei Probleme mathematischer, sozialer, wirtschaftlicher oder anderer Facon gemeint sind.

Die Wissenschaften andererseits, die sich mit dem Intelligenzbegriff begeben, reduzieren seine inhaltliche Definition auf komparative Größen, die eine gewisse schulische Basisbildung zu besitzen voraussetzen um sie überhaupt in Vergleichen messen zu können, wobei diese Basisbildung im Umgang mit Zahlen und geometrischen Mustern im Verlauf vieler erfolgreicher Karrieren zunehmend an Wert verliert. Sogenannte culture free Tests können vor diesem Hintergrund mangelnder echter Vergleichbarkeit in den Anforderungen an so manche gesellschaftlich oder wirtschaftlich/strategische Funktionserfüllung nicht sinnvoll konstruiert werden.

Defacto werden mathematische, geometrische, logische und sprachliche Fertigkeiten getestet, deren Ausbildung bzw. Vorhandensein schon umfangreich vom Schulungslevel der Probanden beeinflusst sind. Dabei gilt, dass Logik eine kognitive Fähigkeit darstellt, während die Anwendung der Mathematik zwar darauf aufsetzt, doch zusätzlich die erwähnte Schulung braucht, um relativ gewandt genutzt werden zu können. Speziell die Mathematik erfordert, in den ersten Jahren einer Bildung darin, eine besondere Fertigkeit zu trainieren, nämlich Auswendiglernen zu können. Der mit der Zeit erst, wenn überhaupt, evident werdende Umstand, dass mit dieser Schulung ein freies Abwägen-Können zu leiden beginnt, stellt dabei eine kulturelle Schwächung solcher Gesellschaften vor, die ihren Betrieb primär auf einen permanenten, gedacht qualitativ und quantitativ Werte evaluierenden Vorgangsweg abstellen. Diese Schwächung wird aber erst im Verlauf von Zeiträumen evident, wenn z. B. Kriege als disruptive Momente zu fehlen beginnen. In der ersten Chaostheorie sprachen Briggs/Peat dann von Phasen semistabiler Rückkopplung. „Entwicklung“ geschieht dann nur noch durch gering gelenkten geistigen Kannibalismus und ihn begleitende Effekte, wie dem heutigen Zitationsbedürfnis der Wissenschaften, das eher Pfründen, denn Einsichten Respekt zollt.


Probleme mit der Intelligenzanlage im Gesellschaftsraum

Während der Gesellschaftsraum eine mehr oder minder freiwillige Unterordnung unter seine Ideale verlangt, welche jedoch von den Durchschnittswissenschaften entwickelt und getragen werden, denken Intelligentere per ihrer Anlage häufig über Begründungen und Bereglungen nach und müssen entsprechend oft zu Schlüssen kommen, die nahelegen, dass eine große Zahl von Glaubens-, Ideal- und Wissensvorstellungen beschränkend oder inkongruent sind. Damit haben sie zwar recht, jedoch ist dies dem Hauptanteil der Durchschnittsbevölkerung nicht einsichtig und diese übt folgend einen Glaubens- und Konformitätszwang für erwähnte Intelligentere aus, der zugleich verleugnet wird, um das Problem auf die Intelligenteren zu verlagern, denen „Uneinsicht“ und ununterfütterter Widerwille gegen „universelle Wahrheiten“ unterstellt wird.


Grade / Formen des Entwickelns echter Bewusstheit:

Schwach: Lernen durch Erkennen (abhängig von Anderer sprachlicher Behauptung Kennbarens)

Mittel: Verstehen lernen (noch ungelenkes Nachdenken; Er-Fahren durch bemühtes Nach-Fahren vorgedachter (Denk-)Wege)

Stark: Verstehen