KategorieFuehrungsthemen

Fuehrungsthemen: Selbstführung, Fremdführung, Wirtschaftstopics von Delegieren und Digitalisierung bis Denken, Komplexität, Orientierung und Realität von Wirtschaftsmodellen

Sucht nach Wissen oder nach Religion und Seele, ist das besser? ;)

Die folgenden Denkkarten nehmen sich u. a. ein paar ungewöhnliche Suchtdefinitionen vor, nämlich die nach Religion und Seele (hierbei die extrem verbreitete Hoffnung letztere ohne erstere erhalten zu können), sowie sie sich üblich um unsere Beziehung zu unseren Lebenssinnbemühungen und Wissenverhältnissen drehen und dies ebenfalls üblich, nicht nett, sondern eher anregend und aufklärerisch. Viel Spaß damit.

Philosophie, Psychologismen und Kōans zum sinnierenden Teetrinken

Und noch etwas mehr an Gedanken zu Bildung, Ausbildung und Wesensbildungsthemen, gewürzt mit ein wenig Aporetik.

Von Philosophie bis Realitaetsmanagement

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Einige meiner Linkedin Beitraege zu Daten, Denken, Entwickung usf

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Einige Gedanken zum „Wissen“ Thema

Wissen ist, was wir dazu erklären und das hat teils gravierende und nicht immer gesunde Folgen, sowohl im Vorgehen, wie in seiner versuchten Nutzung. Hier einmal ein paar Erhellungen zu einem unterschätzten Thema/Begriff.

Wissen kann nur sinnvoll generiert, verstanden oder genutzt werden, wenn ein Bewusstsein für den Begriff vorhanden ist.
„Wissen“ ist die Basis aller menschlichen Unternehmungen, Selbsteinschätzungen und Werteformulierungen.
„Wissen“, das in seiner Behauptung auf formulierten Erkenntnissen beruht, hat üblich bessere Chancen sich durchzusetzen, als solches, das „nur“ intuitiv begründet wird, egal ob es situativen Wert hat und in Charts „aufbereitet“ wird. Glaube wird oft unberechtigt mit Gläubigkeit gleichgesetzt und damit diskreditiert.
Was wir „Wissen“ nennen, hat fast immer Gefühlsfolgen. Wenn wir uns ent-wickeln, passiert dies in einem zunehmenden bewusster Werden für die Gefühlskomponenten in Begriffen und eine Emanzipation von ihren „automatisierten“ Einflüssen. „Die Welt“ wird transparenter. Sie bekommt eine verarbeitbare Tiefe und mit dieser völlig unmystischen Reifung, wir selbst unsere erste wirkliche Hoheit über unsere Wahrnehmung, Denken und Selbst.
„Wissen“ hat immer Folgen. Wir Menschen schufen mit schrittweisem Zuwachs an unseren Wissensformulierungen nicht nur einfache Bezeichnungen für Alltagsgegenstände, sondern auch Wertevorstellungen mit allumfassenden Einfluss auf unsere Welt-, Selbst- und Fremdwahrnehmung.Auch „Werte“ beinhalten komplexe Basisvorstellungen, haben Wissensunterfütterungen. Wer Begriffe/Wissensvorstellungen wirklich zu handhaben versteht, kann Begriffsimperialismus betreiben, ähnlich oder besser noch, als die eigentlich recht alltag abgewandten Wissen-Schaffenden-Schaften.
Wissen Schaffung Umgebungen
Wissen Schaffung Umgebungen

Wissen, seine Generation, Wirkungen und Gefahren ist ein Kernthema der Wissensaktivierung.

Die Sache mit dem Delegieren

Delegieren oder in den burn out steuern?
Ran an den Schinken

Delegieren in Zutrauen und Vertrauen oder burn out gefährdet untergehen?

Ob Abteilungsleiter, Forschungsleiter, Geschäftsführer, Vorstände, Unternehmer oder andere Vorgesetzte, alle haben irgenwann einmal mulmige Gefühle, wenn es um das Delegieren von verantwortungsvollen Aufgaben geht. Alle aus leicht unterschiedlichen Gründen und mit der selben Angst vor Verlust gedacht wichtiger Kontrolle .

Im Kern stammen die gefühlten Unsicherheiten aus sehr persönlichen Ansprüchen und Vorstellungen von persönlicher Verantwortung, notweniger „Einfühlsamkeit“ und, insbesondere, Ängsten vor teils drastischen Haftungsfolgen dafür, wenn „Etwas“ schief liefe.

Verschlimmert wird dies noch durch öffentliche Führungsqualifikation – Diskussionen, die zunehmend auf sogenannte weiche Faktoren und deren potentiellem Gewicht abheben oder bezweifeln, dass eine Führungskraft überhaupt anführen sollte.


Abteilungsleiter wissen, dass auch in ihrem operationalen und oft umfassend von Handlungsanweisungen (viele mögen gar aus ihrer Feder stammen) getragenen Geschäftsalltag, Mitarbeiter, die sie sich nicht immer aussuchen können, direkten oder indirekten Einfluss auf das Wohl und Wehe ihres Fortkommens haben. Gleichwohl wissen sie auch, dass hoch unscharfe „Menscheleien“ oder versteckte Inkompetenzen zu ihrem Fall führen könnten.

„Nach unten“ müssen sie menscheln, „nach oben“ so tun, als würde dieses Menscheln keinen Einfluss haben, da ihnen sonst leicht „mangelnde Führungsfähigkeit“ unterstellt wird. Sie leben alltäglich in einem Spannungsfeld unterschiedlicher Ansprüche und Erfolgsinterpretationen und müssen diese mit dem eigentlich als „nur“ ausführend gedachten Tagesgeschäft abgleichen. Ob und wieviele Absicherungen sie zu fahren versuchen, indem sie eher mit Druck zu strukturieren versuchen („Handlungsanweisungen“) oder doch lieber als anleitende Kumpel der weiteren Belegschaft zu leben versuchen, hängt, wie Erfolg oder Mißerfolg daraus, sowohl von ihrer persönlichen „Strickart“, wie von der vorherrschenden Unternehmenskultur und Qualität der HR Beauftragten ab.


Strategisch arbeiten sollende Positionen, wie Geschäftsführer und Vorstände, haben zwar oberflächlich betrachtet „bessere“ Positionen, indem sie mit einer gewissen Distanz nur notwendige Einflussnahmen auf das operationale Tagesgeschäft ausüben und von ihnen als notwendig gedachte, umfangreichere Veränderungen im operationalen Geschäft an dafür anerkannte Experten delegieren können, was einen rechtfertigungsstrategisch entlastenden Vorteil bietet.

Aber auch sie stehen letztlich Unternehmensanteilseignern und Aufsichtsräten gegenüber in der Schuld, wenn die Belegschaft nicht eine gewünschte, gedacht mögliche Leistung liefert oder dringend benötigter, qualifizierter Nachwuchs lieber andere Unternehmen, mit besseren work-live-balance Angeboten, als künftige Arbeitgeber wählt.


Inhaber oder Anteilseigner und eventuelle Aufsichtsräte mit beurteilenden oder verurteilenden Rechten liegen noch weiter von tagesgeschäftlichen Kampfplätzen entfernt und können nur zu oft erst, über etwa Presseberichte informiert, ihre Meinungen zu Delegationsfehlern kundtun.


Die echte Verantwortungskette beginnt immer „oben“.

Eigner delegieren Geschäftsführungsverantwortungen an Geschäftsführer oder an Aufsichtsräte und jene an Vorstände. Diese Top- Führungen delegieren Bestallungsrechte an HR Umgebungen und diese delegieren Funktionsposten an einzustellende Mitarbeiter auf gleicher oder unteren Ebenen. Und jeder Level verfügt wiederum über mehr oder minder klar verbriefte weitere administrative Rechte, wodurch ein System mit komplexen inneren hierarschichen Abhängigkeiten entsteht, die sich ins Außen auswirken und vom Draußen beeinflusst werden.

Und doch, bei aller wissenschaftstheoretischen „Sicherheit“ zu besten branchenabhängigen Oarganisationaufstellungen oder zu formulierenden Stellen-/Funktionsbeschreibungen, ist und bleibt punktuelle Delegation oft eine flüchtige, kaum fassbare Aufgabe, heutzutage fortlaufend aufgeblasen und zunehmend unschärfer werdend.

Um individuell besser mit diesem Thema umgehen zu können, braucht es zuallererst eine gewisse innerliche Distanz zur akuten, persönlichen Vorstellung und gleichzeitig sie zu den meist ideologisch aufgeladenen öffentlichen Diskussionen herzustellen.

Nur eine nüchterne, individuelle Erörterung/Klärung bekannter und relevanter realer rechtlicher, politischer, traditioneller und Tätigkeitsfeld abhängiger Bedingtheiten, bei Einbeziehung sehr persönlicher Voraussetzungen, OHNE gewöhnliche/durchschnittliche/übliche best practice Zitierungen bringt uns in dem Thema weiter.

Wer in der Position ist, Delegieren zu müssen oder zu sollen, ist zumeist bereits nicht mehr so durchschnittlich, dass ihm Eruierungen der Durchschnitsswissenschaften (Psychologien, Pädagogik, Soziologie usf) oder heile-heile machende Managementbibelchen noch weiterhelfen können.

Wieviel konkrete Sicherheit in Delegationsvorgängen es gibt oder geben kann, hängt in hohem Maß von der jeweiligen relativen Delegiererposition UND von dessen sehr individuellen Persönlichkeitskonstitution (Anlage, denkerischer Reife, Entwicklungsstand, präferierter Ethik, usf) ab.

Während die Position oft eine relativ fixe Größe ist, gibt es immer ungenutzte Auslegungsspielräume, bereinigbare Fremdverständnisfehleinschätzungen und andere selbstbezogene Größen, die konkret berarbeitet werden können, um mit Delegationsanforderungen besser, gesünder und gelassener umgehen zu können zu lernen.

Die Einsichten in diesem Blog und meine Handreichungen stellen eine solche Alternative zu noch weiter entmündigenden main stream Gläubigkeiten („NLP“ etc.) und („Agilitäts“-) Kuschelworkshops mit Chaka Elementen oder Legospielrunden, dar.

Ethik

Egal, ob im Internet / social media, in Schule, in Vorlesungen, TV Serien, Nachrichten, schöngeistiger Literatur oder sogenannten Fach- und Sachbüchern, überall wird Herrn und Frau Jedermann´s Ethik und ihr hochpersönliches Verständnis davon, beschworen. Hunderttausende Experten räsonieren über ethische Ansprüche und, ob ein gezeigtes Verhalten sie erfülle. Der Witz dabei? Immer wenn jemand einen klaren Werteraum definiert, konstruiert er einen (Logik-)Ethikraum mit intern wirksamen Ansprüchen, während er sich gleichwohl eine Außenwirkung auf Gegenüber davon erhofft. Und in dem Fall sauberer innerer Strukturen, die dann auch von Anderen angerufen werden können, kann der Konstrukteur technisch durchaus berechtigt erklären, ob das besprochene oder untersuchte Verhalten seinem aus diesem beschriebenen Verständnis abgeleiteten Anspruch und definierten positiven Verständnis besten Tuns, entspricht. Allerdings weiß dies anscheinend kaum jemand und so werden ethische Ansprüche, ohne abgleichenden Aufwand zu betreiben, geschaffen, erhoben und gerne aus fremden Ethiken (gerne aus Zusammenhängen gerissen) zitiert und ein heilloses Mein-ungen-Durcheinander enststeht. Korrekt gelesen, „heil-los“. Der Meinungen-Kuddelmuddel bei Diskussionen läßt sich nämlich ohne Schiedsrichter nicht auflösen. Und, ob wir diesen Schiedsrichter, Mediator oder Unterhändler akzeptieren? Nun, dass ist wiederum allzuoft Verhandlungssache. Und können die Unstimmigkeiten, der Dissens, nicht geheilt, heißt gelöst, werden, so kommen im Zweifels-Fall „brute force“ Lösungen in Betracht, wie das Herbeirufen höherer Deutungsmächte (etwa Richter, staatliche Schlichter (mit verliehener Hoheit und fähig per Gewalt zu entscheiden), Kriege oder andere „Lösungs“mittel). Deshalb wurde lange schon richtig erkannt, dass Macht heilen kann. Um das noch etwas klarer werden zu lassen, sollte „Diskussion“, als heutzutage, wie früher schon, gewohntheitsmäßig zur Anwendung kommendes und gedacht probates (als tauglich gedachtes) Mittel zu einer alltäglichen Auseinandersetzung zu und mit Themen korrekt erkannt werden. Diskussion, bedeutet Mein-ungen gegenüberzustellen und ist nicht automatisch lösungsorientiert, sondern eigentlich ein Mittel sprachlichen (und damit nur zu oft realen) Konflikt auszuformulieren. Soll wirklich über etwas mit-Einander verhandelt werden, so braucht es einen Diskurs, der im Vermittlungsversuch für eigene Gedanken und Anspruchshaltungen besteht und zum definierten Ziel hat zu einer gemeinsamen Verständigung durch Auseinandersetzung über oder zu einem Thema zu kommen, nicht gegeneinander.

Zusammengefasst, gibt es sie überhaupt nicht, „Die“ Ethik, sondern nur viele Menschen mit unterschiedlichen Einstellungen und meist gering ausformulierten Vorstellungen, die einander unter Berufen auf (zumeist „überkommene“ oder über“alterte“) Werte verbal und darüber hinausgehend bekämpfen, weil sie sich davon einen, zumeist nur teilweise definierten, und zu oft nicht klar ausgesprochenen, Vorteil erhoffen.

Werden ethische Grundsätze angerufen, so versuchen die Anrufer zumeist (und dabei ungekonnt) „alte ((per Ausruf) erhaben, über andere) Werte“, als Verhandlungsbasis zu etablieren und beziehen sich im abendländisch befütterten Kulturraum auf Aussagen zumeist christlichen Dogmatizismus. Dabei entpuppen sich solche Gespräche / Diskussionen zumeist als Auseinandersetzungen um moralinsaure (moralische) Vorstellungen der Betreiber und eher selten, als wirklich gekonnte Diskurse zu deren jeweiligen ethischem Basisverständnis.

Beim Gebrauch von „Ethik“ und „Moral“, ohne weitergehende oder vertiefende Ausführungen zum jeweiligen Verständnis ihrer, treffen wir auf dasselbe Problem, das wir auch mit den Begriffen „Wissen“ und „Glauben“ alltäglich spüren. – Es gibt im Grunde keinen Unterschied. Einzig, „Ethik“ und „Wissen“ werden als anerkanntere oder (staatlich (und darin akademisch)) akkreditiertere Vorstellungen gesehen, während ein Berufen auf „Moral“ oder „Glauben“ gedacht geringer stark besicherte Darlegungen auszeichnet.

Anm.: Hieraus sieht man schon, dass Ethiken = ideelle Werte, basierend auf (Behauptungen mit zeitlichem Verfallswert, aber derzeit akkreditiert) Wissen ist, das wiederum ungefähr = Glauben (teils auch nichts Anderes als = Gläubigkeit) ist. Wer es versteht, erkennt, warum soviel Gebläh zustandekommt.

Die klarst ausformulierten und gleichzeitig umfangreichsten Ethiken sind nationale Gesetzgebungen. In ihnen werden Zusammenlebensgrundlagen und Strafandrohungen bei Handlungen gegen Gesetze und Vorschriften für dieses Gemeinleben ausdefiniert und moderne Volksvertreter schaffen regelmäßig neue Anpassungen, um der wachsenden Komplexität (nicht zuletzt aus dem Gesetzebasteln) und daraus entstehenden Verunsicherungen zu begegnen. Da durchschnittliche Politiker eher selten hochmoralische Geschöpfe sind oder besonders begabte, altruitische Typen und Denker, sind geschaffene Strukturen dieser Gesetzesumgebungen permanent konfliktbeladen, anpassungsbedürftig und brauchen Auslegung in resultierenden Streitfällen, weshalb moderne Gesellschaften jeweilig formulierte politische Strukturen (mit zumindest theoretisch ausdefinierten inneren Hoheiten/Mächten/Gewalten) aufweisen.

Dass Staaten(lenkungsumgebungen, nicht notwendig = Politiker) auch heute noch zumindest in Ansätzen verstehen, dass es in der Philosophie, deren Teildisziplin Ethik ist und war, immer noch dialektisch begabte Experten gibt und diese nutzen, erkennt man daran, dass diese spezialisierten Philosophen für die wirklich brenzligen Überlegungen zu medizinischer Ethik bemüht werden. Eigentlich ist dieser in Gesellschaften, aufgrund der innewohnenden Themen („Mensch“-Definitionen, -werte, -rechte, Leben, Tod, Gesundheit(sansprüche)), wichtige Auseinandersetzungsbereich heute die letzte Bastion, in der Philosophen ihr Handwerk noch von der Alltagswelt unbemerkt betreiben und dafür doch geschätzt werden.

Da politisch regelmäßig neu verhandelte Ethiken gleichwohl gesetzbegründenden Einfluss auf unser Leben haben und dies in weiteren Teilen der politisch aktiven Bevölkerung und Wirtschaft schon bemerkt wurde, gibt es Chancen, dass der zunehmend wichtiger werdende Bereich der wirtschaflichen und betrieblichen Compliance und potentiell möglichen ideellen Wertebilanzierungen, sowie Unternehmensethikkonstrukte vs Ansprüche sonstiger Hoheiten, in der Zukunft zu einem interessanten Tummelplatz für Philosophen werden kann, sofern diese sich entsprechend vermarkteten … hmm, ein logischer Widerspruch … out.

p.s. Wer Unwissen, Deutungsfehler und Missverständnisse als Dummheitsgrundlagen reduziert, macht effektiv klüger, wer dabei noch Denkprozesse bereinigt und anregt, macht gar weiser. Allerdings will / nicht jedermann // Jedermann nicht / klüger oder weiser werden. Denn reflektierendes Denken braucht Ressourcen, die der moderne Mensch nicht gerne verschwendet oder hat und reflektierendes Lesen soll „auf die Augen gehen“.  😉

p.p.s. Um wirklich zuträglich Sinn spendend etwas wie „die Ethik“ zu konstruieren, braucht es eine wiederum weitergehend ausformulierte Übereinkunft dazu, was eigentlich Realität ist, den Menschen ausmacht und welche Werte überhaupt in Aktionen übersetzt werden können und da keines dieser Topics auch nur im Entferntesten einer Klärung naht, bleiben wir wohl noch auf eine gewisse Dauer dabei, lieber Religionen oder andere Glaubensgerüste zur Beruhigung zu spenden.

Ethik, zusammengefasst
Wert und Werte – heruntergebrochen

Armin Rütten

Was passierte mit Herrn Kant´s „Aufklärung“?

Statement zum Stand der Aufklärung

Alles an Gesellschaften zugänglichem Wissen/Glauben/Meinen basiert auf einer ursprünglich kleinen Zahl, sprachlich konstruierter /  mythogener Weltvorstellungen, wie z. B. Materie, Raum, Zeit, Dimensionen, Licht, Natur, kosmische Konstanten // Götter, Seelen, Leben, Tod und weiteren nicht letztgeklärten Idealisierungsmitteln unverstandener „Realität“.
Da der Mensch der Lebenswelt bis heute nicht zwischen Sein und Dasein oder Beschreiben und Zuschreiben zu unterscheiden gelehrt wird, trennt er auch nicht zwischen Begriffen zur Beschreibung gedachter physikalischer Zusammenhänge und den ihm „gespendeten“ Beschreibungen für seine sonstigen mentalen Zustände, ideellen Wunschvorstellungen und aus diesen hergeleiteten Werten.
Der in der Philosophischen Lehrlandschaft vor über 2000 Jahren vollzogene Übergang vom vorsokratischen Denken wurde nur in den „Natur“wissenschaften zum Teil vollzogen. In den sogenannten Gesellschaftswissenschaften (Politik, Psychologien, Pädagogiken, Soziologie, etc.) und der „Wirtschaftswelt“ herrschen chaotische Glaubenszustände und Begriffskriege.
Trotz der Einsicht, dass 99% aller Menschen der Lebenswelt an vermeidbaren neurotischen Zuständen durch sprachlich generierte Denkkonflikte leiden, wird ihnen die Möglichkeit nüchternen/gesünderen Weltzugang zu erlangen durch höhere Gewichtung in primärer Unterrichtung proportionaler und relationaler Sprachmittel (Algebra, euklidische Geometrie) oder Unterrichtung in Logikgebrauch nicht gegeben. Statt dessen werden Menschenmassen in ihren „Kulturen“ immer noch zwecks leichterer Lenkbarkeit mit quasireligiösen Vorstellungen in ihrer Kindheit und Jugend programmiert/“angelegt„, von denen sie sich im Nachhinein nie gänzlich Ent-Wickeln können (wovon die „Trait“idee der Psychologien handelt).
Eine umfangreiche weltweite Abkehr von der Verwendung, Denken, bzw. Kognition, dämpfender religiöser Lenkungsmittel und sukzessive Abkehr von der Nutzung staatlicher Bedeutungshoheit zu Ideologisierungszwecken steht nach wie vor aus, genauso wie das Profit orientierte Begriffeschöpfen und -verwirren tägliche Wirk-lichkeit wurde. Ob Herrn Kant dies wundern würde?

Bei aller wiederkehrenden Recherche im öffentlich zugänglichen Raum, ist mir bis heute außer der Wissensaktivierung kein anderes, spezialisiertes Mittel zur Erweiterung, Optimierung oder Entwicklung überdurchschnittlichen Kopfes bekannt, welches ihr in Fundierung, Ideologieneutralität und Wirksamkeit auch nur ansatzweise nahe käme und wirklich ebenfalls echtem mental-development dienen könnte.

Daran wird gut ersichtlich, dass philosophische oder wissenschaftlich wichtige Forschung(sergebnisse) einer (dem Alltag zugewandten und seinen Erfodernissen Rechnung tragenden) Entwicklung(speriode), bzw. verständlichen Formulierung, bedürfen, die Menschen, die mit der produzierend Disziplin nicht so vertraut sind, mit eher gewöhnlichen und für sie fassbaren Worten die erreichten Erkenntniszuwächse zugänglich macht.

Natürlich wäre noch darauf zu achten, dass solche (popularwissenschaftlichen) Darlegungen ausreichend attraktiv formuliert werden, dass sie mit üblichem populärwissenschaftlichen Tagesgebrabbel konkurrieren können.

Angemerkt, wissen Menschen im Alltag (und viele Akademiker ebenfalls) nicht, dass wissenschaftliche Forschung NICHT in erster Linie für die tägliche Nutzanwendung geschieht, sondern die erwähnte Übersetzungs-/Entwicklungsphase braucht, um freigegeben und überhaupt nutzbringend zur Anwendung zu kommen. Einen Kompromiss stellen die FHs (Fach-Hochschulen) oder modern „applied sciences“ titulierten Hochschulen dar.

Statement zur Aufklärung, Postkartenformat

Armin Rütten

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